David Dushman gehört zu den Rotarmisten, die vor 70 Jahren die Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz befreiten. Nun sitzt der Russe mit jüdischen Wurzeln in seiner Münchner Wohnung und erzählt vom Krieg. Und davon, dass er sterben möchte. Von Helmut Zeller
Auch Engel können einsam sein, sehr sogar. Wie David Dushman, der die Stille und Leere in seiner Wohnung in Neuperlach nicht mehr erträgt. "Ich würde lieber in fünf Minuten als morgen tot umfallen."
Diesen Satz, mit dem der 91 Jahre alte Mann das Gespräch eröffnet, muss man erst einmal verdauen. Auch den funkelnden, durchdringenden Blick aus seinen blauen Augen.
Der russische Jude David Dushman ist ein starker, leidenschaftlicher Mann, aber vor vier Jahren ist seine Frau Zoja gestorben. Nach fast 60 Jahren Ehe ist er allein. Deshalb hat er genug vom Leben, wie er nüchtern sagt. Das muss auch hart sein für einen, der einst zur Moskauer Elite gehörte und ein bejubelter Fechtmeister und Trainer der sowjetischen Olympiamannschaft war. Aber ein Engel? Doch es gibt einen Tag im Leben des David Dushman, an dem er Tausenden von Verzweifelten als fast überirdischer Retter erschien.
Der Mann, der den Zaun von Auschwitz niederwalzte
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